Profi-Tennis

Das Fernsehen transportiert in der Regel den Glamour der Top-Profis.
Dahinter sieht es ganz anders aus.

Tennis ist nach Fußball die Sportart mit einer hohen Zahl von Wettmanipulationen (ein zweiter Link), weil die meisten Spieler/innen nur wenig verdienen, der Wettbetrug einfach ist und die zuständige Aufsichtsbehörde nur wenig tut.

Eine kanadische Dokumentation aus dem Jahr 2003 zeigt anhand der WTA-Tour, was es bedeutet, eine sehr gute Spielerin zu sein (Top 50), die letztlich aber nicht gut genug ist:

 

Eine andere sehr interessante und spannend erzählte Doku wurde im September 2021 auf Netflix veröffentlicht - es geht um den Druck, den Profi-Tennisspieler/innen ausgesetzt sind. Bei Mardy Fish hat es zu einer schweren Angststörung und Depressionen geführt: Untold: Breaking Point

 

Ein erfrischendes Gegenstück ist der überraschende Rücktritt der erst 25jährigen Ashleigh Barty am 23. März 2022 auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere. Folgerichtig veranlasste sie nur einen Tag später, die Löschung ihres Namens aus der Weltrangliste. Hier die letzte Rangliste mit ihr:

WTA-Rangliste


Der Wimbledon-Sieg im Jahr zuvor - 50 Jahre nachdem Evonne Goolagong Cawley als erste australische Aborigine in London gewonnen hatte - war eine Erfüllung Ihres Traumes ("which was my dream, the one true dream that I wanted in tennis"). Aber sie spürte, es fehlte noch etwas - und das war die Herausforderung der Australian Open. Zu Turnierbeginn sagte Barty: "Ich bin eine stolze Ngarigo-Frau. Eine sehr, sehr stolze indigene Frau", (Quelle)

Mit diesem Sieg war ihre Reise auf der WTA-Tour beendet.

"There was a perspective shift in me in this second phase of my career that my happiness was not dependend on the results and success for me is knowing that I have givin absolutely everything I can. I'm fullfilled, I'm happy and I know how much work it takes to bring the best out of yourself and I have said it to my team multiple times it's just that I don't have that in me anymore, I don't have the physical drive, the emotional want in kind of everything it takes to challenge yourself for the very top of the level anymore and I think I just know ..... physicly I have nothing more to give and that for me is success. I have given absolutely everything I can to this beautiful sport of tennis." (aus einem Interview mit ihrer Freundin und ehemaligen Doppelpartnerin Casey Dellacqua; Quelle) Hier das ganze Interview: