Dt. Bahn und Hamb. Energiewerke
Im November 2024 wurde die mehr als 100 Jahre alte S-Bahn-Brücke gegen Hilfsbrücken ausgetauscht:
Im Oktober 2025 wurden dann die Hilfsbrücken durch die endgültige Brücke ersetzt. Beim Brückenaustausch blieb die Fernbahn-Brücke unberührt - wenn ihr euch unter die Brücken stellt, werdet ihr sehen, dass es zwei Brücken sind.
In den Jahren 2027/28 soll die S-Bahn-Brücke über dem Südkanal ausgetauscht werden. Für diese Arbeiten werden die an der Mauer befindlichen Plätze 8, 13 und 18 für die Baufahrzeuge benötigt, die sich von der Wendenstraße Richtung Kanal bewegen; zusätzlich wird Platz 17 für die Lagerung von Material benötigt. Des Weiteren möchte die DB auch einen Zugang von der Süderstraße haben, was bedeutet, dass die Phorms-Schule in der Zeit nicht den Multi-Court nutzen kann. Laut Aussage der DB sollen die benachbarten Tennisplätze nur wenig durch Lärm und Staub während der Arbeiten beeinträchtigt werden, da die Hauptaktivitäten von der Ostseite des Bahndamms aus erfolgen werden. Die DB erneuert noch weitere S-Bahn-Brücken zwischen Berliner Tor und Rothenburgsort - weitere Informationen findet ihr hier.
Direkt im Anschluss an die Bauarbeiten der DB wollen die Hamburger Energiewerke ab Januar 2029 entlang des Bahndamms unter den Plätzen 8, 13 und 18 eine Fernwärmeleitung verlegen. Dafür werden Erdarbeiten in einer Breite von 10 Metern stattfinden. Die Dauer der Arbeiten ist noch unklar. Es ist damit zu rechnen, dass sich der Saisonbeginn 2029 verzögern wird, da die Tennisplätze auch noch wiederhergestellt werden müssen. Auf dem Abschnitt nördlich der Wendenstraße wird die Fernwärmeleitung vermutlich bereits 2028 verlegt. Die Arbeiten sollen außerhalb der Sommersaison erfolgen, eventuell Anfang 2028. Dennoch ist auch hier bedingt durch die Wetterabhängigkeit der Arbeiten und die notwendige Wiederherstellung des betroffenen Tennisplatzes 5 (und eventuell auch Platz 4) eine Beeinträchtigung des Spielbetriebs nicht auszuschließen.
Ab 2034 soll ein zweites Fernbahngleis zwischen Berliner Tor und Rothenburgsort für die Strecke Hamburg-Berlin gebaut werden - die Inbetriebnahme ist für 2042 geplant. In dieser Zeit werden verschiedene Streckenabschnitte gefertigt. Wann genau der Streckenabschnitt auf Höhe unserer Ternnisplätze bebaut wird, ist unklar. Klar ist, dass die Bauarbeiter für die umfangreichen Arbeiten einen Bewegungsraum für ihre Maschinen benötigen. Deshalb werden nicht nur die Plätze nicht benutzbar sein, die sich direkt an der Mauer befinden, sondern wahrscheinlich auch die Plätze in der mittleren Reihe (4, 7, 12 und 17). Wenn man das zuende denkt, können wir nicht erwarten, dass die Bauarbeiter stets pünktlich um 17 Uhr ihre Maschinen abstellen, sondern vermutlich gelegentlich länger arbeiten und womöglich auch noch manche Wochenendschicht einlegen. Das würde schlimmstenfalls darauf hinauslaufen, dass wir eine Tennissaison ausfallen lassen müssen. Die Details (wie viel Fläche tatsächlich benötigt wird und wie die Arbeitszeiten aussehen werden) sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unklar. Wir möchten euch an dieser Stelle lediglich schon mal auf die schlimmste Variante vorbereiten. Weitere Informationen findet ihr hier.
Einen interessanten Hintergrundartikel zum Zustand des Streckennetzes der DB findet ihr auf dem Server der tagesschau. Zudem gibt es seit 2018 das Projekt Deutschlandtakt, das zuerst bis 2030 umgesetzt sein sollte und nun vermutlich erst in 2070 abgeschlossen sein wird. Die Pünktlichkeitsstatistik für das Jahr 2024 legt erneut den Finger in die bekannte Wunde - immerhin waren 90% der Züge des Regionalverkehrs pünktlich. Ein Interview mit Prof. Ulrich Martin liefert weitere Hintergrundinformationen - der Mann ist Direktor des Instituts für Eisenbahn- und Verkehrswesen und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesminister für Digitales und Verkehr.
Im Oktober 2025 verpflichtete die DB als Krisenmanagerin die Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla, die bei der Bilanzpressekonferenz zum Geschäftsjahr 2025 vollmundig verkündete "Wir wollen die beste Eisenbahn in Europa werden". Angesichts einer weiter verschlechterten Pünktlichkeitsrate von 60% und eines Nettoverlustes von 2,3 Millarden Euro (darin enthalten ist eine Abschreibung von 1,4 Mrd. aus der Fernverkehrssparte) sind das große Worte. Dass die DB erstmal nur kleine Brötchen backt, lässt sich aus dem angestrebten Ziel einer Pünktlichkeitsrate von 70 Prozent im Jahr 2029 ableiten. Anders formuliert bedeutet es, "dass 30 Prozent der Züge auch am Ende des Jahrzehnts noch unpünktlich sein dürfen".
Das Strategie-Mantra zur Verbesserung klingt nach Alltagsweisheit: "Schritt für Schritt. Tag für Tag". Das ist dicht an dem, was im Tennis als höchste Stufe der mentalen Stärke gilt: Ein Match Punkt für Punkt spielen zu können.
Das schwarze Schaf in dieser Planung ist die inzwischen 16jährige Baustelle Stuttgart 21. Wieder soll es später fertig werden (von ursprünglich Dezember 2019, zuletzt Dezember 2026, jetzt auf 2031/33) und erneut weitere 3 Mrd. teurer werden (von ursprünglich 3 Mrd. nun auf rund 15 Mrd.). Rund 100 km Kabel sollen falsch verlegt worden sein. Das Notstromkonzept muss neu geplant werden, "weil zu spät auf neue Vorgaben reagiert wurde."
Da wir uns freuen, wenn die Bahn im Fernverkehr pünktlicher wird, unterstützen wir die Bahn bei ihren Vorhaben - auch wenn das zum Teil erhebliche Einschränkungen für unseren Verein mit sich bringt.
Damit ihr eine Vorstellung bezüglich der Bauarbeiten über der Südkanalbrücke entwickeln könnt, zeigen wir euch einen faszinierenden Zeitraffer-Film von der bereits in 2020 erfolgten Fertigstellung der Bille-Brücke - die Arbeiten wurden über der Bille, also über dem Wasser (!) durchgeführt:
Ein Rückblick
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands, gab es den Bedarf, die Strecke Hamburg-Berlin auszubauen, was ein zusätzliches Fernbahngleis neben den S-Bahn-Gleisen und damit eine Bahndammerweiterung notwendig machte – das sollte zunächst den Wegfall von fünf Tennisplätzen nach sich ziehen. Nach Verhandlungen mit der DB wurde ein Kompromiss gefunden, so dass alle Tennisplätze erhalten blieben und sich lediglich die Fläche zwischen den Tennisfeldern verengte. Den Bauarbeitern der Bahn gelang es, zwischen September 1995 und der Sommer-Saison 1996 das zusätzliche Gleis zu verlegen. Die Finanzierung der notwendigen Umbauarbeiten auf der Sportanlage übernahm die DB.
Zehn Jahre später sollte die S-Bahn-Brücke über dem Südkanal saniert werden, doch wurde das Projekt im Jahr 2005 auf das Jahr 2010 verschoben. Es wurde dann erneut verschoben, um schließlich zu einem Sieben-Brücken-Großprojekt zu werden,

(Quelle)
das in unserem Streckenabschnitt im Jahr 2025 umgesetzt wurde (Wendenstraßenbrücke) und im Jahr 2028 umgesetzt wird (Südkanalbrücke).
Während dieser rund 20 Jahre, die das Brückenerneuerungsprojekt verschoben wurde, erkannte die DB zusätzlich, dass die Nachfrage für die Strecke Hamburg-Berlin ein weiteres Bahngleis erfordert. Die ersten Planungen sahen vor, dass dafür Fläche in Richtung unserer Tennisfelder benötigt wird. Das heißt, es würden die Plätze 5, 8, 13 und 18 für das zusätzliche Gleis geopfert werden. Erfreulicherweise haben sich die Stadt Hamburg und die DB auf eine platzerhaltende Lösung geeinigt.
Hamburg - Berlin
Im März 2025 begannen die Vorbereitungen für die Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin. Mit einer Baustartfeier in Ludwigslust erfolgte am 1. August 2025 der offizielle Spatenstich für eine auf neun Monate angedachte Generalsanierung mit einem Finanzvolumen in Höhe von 2 Milliarden Euro.
Auf der 278 Kilometer lange Bahnstrecke fahren täglich rund 500 Züge; damit ist sie eine der am stärksten belasteten Bahnstrecken Deutschlands.
Die Generalsanierung beinhaltete die Erneuerung von 165 km Gleisen, den Einbau von 250 neue Weichen sowie die Modernisierung von 28 Bahnhöfen. Wetterbedingt verzögerte sich die Bauzeit um zwei Monate - am 14. Juni 2026 ging die modernisierte Strecke in Betrieb.
Die Strecke Hamburg-Berlin diente am 21. Juni 1931 für die Aufstellung eines Geschwindigkeitsrekordes: der Schienenzeppelin fährt mit 500 bis 600 PS Antriebskraft eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Die gesamte Strecke fährt er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 160 km/h.
